Evangelische Kirchengemeinden in Berlin-Pankow

Martin Luther und Nordend

Gernot Wolfram: Das Wüstenhaus

© Christine Haage

Sonntag, den 13. Februar 2011, um 17.00 Uhr, Nordend

Ein Journalist erhält einen mysteriösen Anruf: Eine unbekannte junge Frau behauptet, er habe den Tod ihrer Eltern verschuldet. Er erkennt in der Anruferin Maja wieder, die er sechs Jahre zuvor mit ihrer Familie bei einem Djerba-Urlaub kennen gelernt, bald aber wieder vergessen hatte. Nun muss er erfahren, dass ihre Eltern damals seiner Empfehlung gefolgt waren, die alte Al-Ghriba-Synagoge zu besichtigen, ein Ort, an dem die Kulturen „wie Flüsse“ aufeinanderstoßen und die er ihnen besonders ans Herz gelegt hatte – mit fatalem Ausgang: Auf die Synagoge wird an diesem Tag ein Anschlag verübt.

Gernot Wolfram, 1975 in Zittau in Sachsen geboren, arbeitet als Autor und Publizist und lehrt an verschiedenen Hochschulen. 1995 erhielt er den Landespreis für deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg, 2002 den Walter-Serner-Preis. 2003 erschien bei DVA sein vielbeachteter Erzählungsband Der Fremdländer und 2005 sein Debütroman Samuels Reise. Für einen Auszug aus seinem neuen Roman Das Wüstenhaus erhielt er 2010 den Inselschreiberpreis Sylt. Gernot Wolfram lebt in Berlin und Kufstein (Österreich).

Oliver Hilmes: Liszt - Biographie eines Superstars

© Maximilian Lautenschläger

Sonntag, 20. März 2011, um 17.00 Uhr, Nordend

Liszt war ein Mann, der sich in immer neuen Rollen selbst erfand: Als Wunderkind, Klaviervirtuose, Komponist, Freigeist, Frauenschwarm und katholischer Abbé mit zeitweiligem Wohnsitz im Vatikan. Er war ein begnadeter Schauspieler und legendärer Verführer, manchmal auch ein bombastischer Schaumschläger und charmanter Aufschneider. Alles dies findet man in seiner Musik, die oft lässig auftrumpfend und ebenso oft zärtlich-fragil ist. Oliver Hilmes beantwortet die Frage, wer dieser Franz Liszt – fernab aller Selbststilisierung – wirklich war, und entschlüsselt die Bedeutung seiner kühnen Musik sowie die Faszination, die noch heute von ihr ausgeht.

Oliver Hilmes, 1971 geboren, studierte Geschichte, Politik und Psychologie in Marburg, Paris und Potsdam. Er promovierte mit einer Arbeit über die politische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts und arbeitete in der Intendanz der Berliner Philharmoniker. Seine Bücher über widersprüchliche und faszinierende Frauen „Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler-Werfel“ (2004) und „Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner“ (2007) wurden zu Bestsellern. Zuletzt erschien von ihm "Cosimas Kinder. Triumph und Tragödie der Wagner-Dynastie" (2009).

Dagmar von Gersdorff: Caroline von Humboldt

Sonntag, 15. Mai 2011, um 17.00 Uhr, Nordend

Für Goethe war sie die bedeutendste Frau ihrer Zeit: Caroline von Humboldt (1766-1829). Trotzdem sah die Nachwelt in ihr lange vor allem die mustergültige Gattin Wilhelm von Humboldts. Dagmar von Gersdorff, Autorin des Erfolgsbuchs Goethes Mutter, entwirft in dieser Biographie ein neues Bild.

Caroline war nicht nur klug, gebildet, tatkräftig und abenteuerlustig, sie war vor allem leidenschaftlich interessiert an der Kunst. Sie bereiste ganz Europa, ihr Haus in Rom wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Sie förderte die dort lebenden deutschen Künstler und sammelte mit großem Kunstverstand. Als die aufgeklärte Kosmopolitin, die sie war, ist uns Caroline von Humboldt heute sehr nahe.

Dagmar von Gersdorff, Dr. phil., wurde 1938 in Trier geboren. An der Freien Universität Berlin studierte sie Germanistik und Kunstgeschichte, ihre Promotion schrieb sie über den Einfluss der deutschen Romantik auf Thomas Mann. Heute lebt sie als Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin in Berlin. Sie ist Mitglied des Internationalen PEN.

Alexander Osang: Königstorkinder

NEUER TERMIN: SONNTAG, 5. JUNI 2011, UM 19.30 Uhr (!) IN NORDEND

Alexander Osangs dritter Roman "Königstorkinder" ist eine Bestandsaufnahme, wie weit die deutsche Einheit nach 20 Jahren geglückt ist. Zwei Protagonisten treffen aufeinander, die unterschiedliche Lebensentwürfe haben. Ulrike kommt eigentlich aus Süddeutschland und lebt wegen der vermeintlich besseren Jobchancen und der turbulenten Quirligkeit der Stadt in Berlin. Sie trifft auf Andreas, der mit seinen 40 Jahren ebensoviel Zeit in der DDR, wie nach ihr verbracht hat. In seinem Job als Journalist gescheitert, ist der Arbeitslose im Prenzlauer Berg in einer Projektgruppe aktiv. Was als neugierige Affäre zwischen beiden begann, entwickelt sich zum Aufeinanderprallen der Kulturen. Mit viel Witz und Ironie führt Osang durch seine Geschichte. Die Charaktere sind in all ihren Eigenheiten liebenswert und die Bezüge zur deutsch-deutschen Geschichte mit wundervollem Humor gewürzt.

Alexander Osang, 1962 geboren, hat sich schon lange neben seinen aufregenden Reportagen und Zeitungsarbeiten einen Namen als Erzähler gemacht. Nach seinem Roman-Debüt 2000 mit "Die Nachrichten" über die Karriere eines ostdeutschen Fernsehnachrichten-Sprechers erschien der Amerika-Roman "Lennon ist tot".

Download Faltblatt "Autoren lesen in Nordend"

Autoren_lesen_in_Nordend_2011.pdf