Evangelische Kirchengemeinden in Berlin-Pankow

Martin Luther und Nordend

Autorenlesungen 2012 in Nordend

Sonntag, den 29. Januar 2012, 17.00 Uhr

Ulrich Schacht

Vereister Sommer

Auf der Suche nach meinem russischen Vater

 

Es ist Sommer, Christa und Wolodja sind verliebt. Die Deutsche und der sowjetische Offizier träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Bis sie verraten werden. Jahrzehnte später spürt Ulrich Schacht der verhängnisvollen Geschichte seines Vaters nach. Gegen den Widerstand der Mutter versucht er, seinen Vater zu finden. An einem Frühlingstag steht er einem Mann gegenüber, von dem er hoffte, dass er sein Vater sei. Ein tief bewegendes Zeitzeugnis, exakt wie ein Geschichtsbuch, anschaulich wie ein Roman.

 

Ulrich Schacht, wurde 1951 im Frauengefängnis Hoheneck geboren und wuchs in Wismar auf. 1973 in der DDR wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt, wurde er 1976 in die Bundesrepublik entlassen. Dort arbeitete er als Feuilletonredakteur und Chefreporter Kultur für Die Welt und Welt am Sonntag. Schacht erhielt verschiedene Preise, Auszeichnungen und Literaturstipendien, u. a. den Theodor-Wolff-Preis für herausragenden Journalismus. Er gilt als ein streitbarer Publizist, der sich nicht Konventionen, sondern einer human-istischen Tradition verpflichtet fühlt. Seit 1998 lebt Ulrich Schacht als freier Autor in Schweden.

 

 

Sonntag, den 12. Februar 2012, 17.00 Uhr

Walfriede Schmitt

Gott ist zu langsam:

Also denn um sechse bei Werner!

 

Im Zentrum ihres Romans stehen ein Berliner Gastwirt und seine geliebte Kneipe, eine typische Destille im Osten der deutschen Hauptstadt. „Um sechs bei Werner!“ heißt das Zauberwort für viele im Kiez, die sich hier Rat, Zuspruch, Erleichterung und die nötige Bettschwer holen. In diesem Biotop Kneipe finden tragische und heitere Geschichten ihren Anfang - und manchmal ihr Ende. Zwischen Realismus und Absurdität bewegen sich die Schicksale der liebenswerten, teils skurrilen Figuren. Ihre Schwierigkeiten mit sich selbst und den Zeichen der Zeit, ihre teils ungewöhnlichen Versuche, sich zu behaupten und sich ihre Wünsche zu erfüllen, werden mit einem Lachen erzählt, das immer wieder erstickt, und mit einem Ernst, der immer wieder ins Lachen zurückführt.

 

Walfriede Schmitt war viele Jahre lang eine Protagonistin der Berliner Volksbühne. Ihr großes Publikum liebt sie auch für ihre Rollen im Film (Beunruhigung, Coming out) und Fernsehen (Das Schilfrohr, Bahnwärter Thiel, Pauline Oswalds zweites Leben). Spätestens seit sie in der Fernsehserie Für alle Fälle Stefanie  ‚Schwester Klara‘ war, ist Walfriede Schmitt in Gesamtdeutschland bekannt.

 

 

Sonntag, den 11. März 2012, 17.00 Uhr

Salomea Genin

Ich folgte den falschen Göttern:

Ein australische Jüdin in der DDR

 

1932 als Kind polnisch-russischer Juden in Berlin-Wedding geboren, floh Salomea Genin im Mai 1939 mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien. 1951 kam sie als Mitglied der australischen Delegation zu den Weltfestspielen der Jugend und Studenten nach Ost-Berlin und war von der DDR begei-stert. Sie verließ Australien, um in der DDR ein besseres, antifaschistisches Deutschland aufzubauen, erhielt aber keine Aufenthaltserlaubnis in der DDR. So blieb Salomea Genin zunächst in West-Berlin und zeitweise in England, bevor sie 1963 offiziell nach Ost-Berlin übersiedeln durfte. In West-Berlin hatte sie begonnen, als Informantin für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zu arbeiten. Diese Tätigkeit setzte sie dann in der DDR fort. 1982 erkannte Salomea Genin: Statt zu helfen, die Welt zu verbessern, arbeitete sie für einen Polizeistaat. Sie brach mit der Stasi und wollte sich das Leben nehmen…

Die „Lesung“ findet in Erzählform statt, in der einzelne Stationen aus dem Leben der Autorin lebendig vorgetragen werden und teilweise mit Liedern von Salomea Genin selbst untermalt werden.

 

Rückblick

Wer die Veranstaltungen  im Rückblick nochmal nachlesen möchte, klickt bitte

für 2011 hier und für 2010 hier.